Category: Allgemein

THE UNIQUE ROERICH MONUMENT IN RUSSIA IS BEING DESTROYED

04.10.2019.

An urgent communication of the International Center of the Roerichs

THE UNIQUE ROERICH MONUMENT IN RUSSIA IS BEING DESTROYED

On 9 October 2019 the international community is celebrating 145th anniversary of Nicholas Roerich, one of the greatest Russian painters, who was also a thinker and public figure of world renown. Many countries are organizing exhibitions, conferences and other cultural events dedicated to this commemorative date.

On the eve of this anniversary within the meeting of the Valdai club President of the Russian Federation Vladimir Putin mentioned the merits of our outstanding compatriot. Vladimir Putin underlined that “In Russia the bright colors of the East have always inspired our writers, poets, artists and musicians. I am talking about Pushkin, Rimsky-Korsakov, Arsenyev, Vereshchagin, Kandinsky and Roerich. The Russian audience as well as foreign knows these names”. It is true. In India Nicholas Roerich’s artistic legacy is highly appreciated, his beautiful paintings are considered national heritage. On the occasion of the artist’s anniversary, a memorial bust of Nicholas Roerich will be unveiled in the Himalayan estate in Kullu, where Nicholas Roerich spent the last 20 years of his life. This ceremony is a tribute that the Indian nation pays to the prominent artist.

However, Russian officials of the Ministry of Culture and members of the State Museum of Oriental Art (SMOA) have decided to celebrate Nicholas Roerich’s anniversary in their own way. On the eve of 3 October 2019, Director General of the State Museum of Oriental Art Mr. Sedov firmly demanded that the International Center of the Roerichs dismantle the Roerichs monument located in the territory of the Lopukhins’ estate (Moscow) within 5 days, where it was unveiled in 1999, 20 years ago, in the presence of the Foreign Policy Adviser to the President Mr. Vorontsov and Minister of Moscow City Government Mr. Norkin.

The height of cynicism is that the destruction of the Roerichs memorial containing ashes of Nicholas Roerich is organized namely in the conjunction with his anniversary (9 October). Together with the memorial the officials insist on dismantling of busts of Nicholas Roerich’s sons Yuri, who was an orientalist of world renown, and Svetoslav, an outstanding artist and public figure, who donated his parents’ heritage to their Motherland.

It is known that the Roerichs memorial was installed within the territory of the Lopukhins’ estate in accordance with Svetoslav Roerich’s will. In fact, it was one of the conditions for transferring the Roerichs’ heritage to Russia. Besides, he set forward two more conditions, namely to establish the non-governmental Museum named after Nicholas Roerich and locate it in the Lopukhins’ estate. The Russian Government fulfilled these conditions and respected them until Mr. Medinsky was appointed the Minister of Culture and started a war against the Roerichs.

In April 2017 the non-governmental Museum named after Nicholas Roerich was illegally seized and completely destroyed. The Ministry of Culture demanding to demolish the Roerichs monument is thus making a new step to clear anything reminding of this outstanding family from Moscow city center.

However, the Roerichs monument was created only with non-governmental funds. Thousands of people from different countries and cities collected donations to fulfil Svetoslav Roerich’s will and install the monument dedicated to his outstanding father in the Lopukhins’ estate. Today, the State Museum of Oriental Art which broke the equipment and display of the non-governmental Museum named after Nicholas Roerich and seized the Roerichs’ heritage with impunity and the silent consent of the administration of the Ministry of Culture, is going to destroy the monument containing the artist’s ashes.

We call on Russian and foreign community and the admirers of Nicholas Roerich! If you respect this prominent figure, do not let anyone treat the memory of Nicholas Roerich and his family with disrespect! It is necessary that everyone raise the voice against immoral actions of the Russian officials of the Ministry of Culture!

Press Office of the International Center of the Roerichs

Sweet lie and bitter truth (German)

16.12.2018 – Die Veröffentlichung von “Die Roerichs vor die Tür gesetzt. Das Kulturministerium beseitigt das Denkmal mit der Asche der Künstler” der Zeitung “Novye Iswestija”[1] erhielt viel Resonanz, was dem Kulturministerium natürlich nicht besonders gefiel. Daher beschlossen die Beamten, schwere Geschütze gegen das Internationale Roerich-Zentrum (ICR) aufzufahren in Form des zentralen Fernsehkanals “Russia 24”, wo am 14. November 2018 in einer Spätnachrichtensendung ein Bericht über das Problem gezeigt wurde [2]. Sein energischer und selbstbewusster Moderator Alexej Kazakov glich einem Magier, der vor den Augen des staunenden Publikums immer wieder neue “Wunder” aus dem Ärmel zieht, allerdings tauchten nur die Atmosphäre betonende “Details” auf, die selbst den Besitzern des Ehrenmals unbekannt war. Zum Beispiel sagte er selbstbewusst, dass “die Asche (der Roerichs – Anm. d. Autors) in das Fundament der Skulpturen eingebaut ist”, obwohl das nicht der Wahrheit entspricht. Dann taufte er das Denkmal als “Grab im Zentrum Moskaus” (danke, dass er es zumindest nicht “Gemeinschaftsgrab” nannte, wie seinerzeit ein anderer Journalist desselben Kanals, Alexander Karpov, einmal dem Publikum erklärte). Schließlich nannte er die bürokratische Willkür gegenüber dem ICR “eine neue Kriegsrunde mit dem Kulturministerium”, obwohl es schwierig ist, die brutale und zynische Bestrafung einer nichtstaatlichen Organisation, die als einzige den Namen und das Erbe der Roerichs in Russland verteidigt, durch die Behörde Medinskijs als “Krieg” zu bezeichnen.

Die Hauptaufgabe der Handlung selbst bestand darin, zuerst zu zeigen, welch “riesige Blase” versucht, aus dieser vermeintlich unschuldigen Geschichte die Öffentlichkeit aufzublasen, und sie dann mit einer leichten Bewegung der Hand, in eine bedeutungslose Blase zu verwandeln. Mit anderen Worten, eine geschickte Handbewegung und kein Betrug. Eine Vielzahl von Unstimmigkeiten, Widersprüchen und Untertreibungen in der Geschichte deuten jedoch im Gegenteil auf einen Betrug von Beamten hin, der mit süßen journalistischen Lügen bedeckt ist. Tatsächlich nannte der Moderator den Grund für die Entfernung der Roerich-Statuen als “eine bevorstehende Generalüberholung”[2], aber das Staatliche Museum für Orientalische Kunst (GMV) erwähnte sie in seiner Forderung an das ICR nicht. Die einzige Rechtfertigung war die Beendigung des Vollstreckungsverfahrens wegen der Räumung der Organisation aus dem Lopukhin-Anwesen [3]. Außerdem stellt sich die Frage, was die Beamten mit der schön restaurierten Villa machen werden, wenn sie sicher sind, dass die “Generalüberholung” die Denkmäler beschädigen kann, die sowohl neben als auch in der Seitenallee, weit entfernt stehen. Werden sie etwa die Mauern einreißen oder das Dach des Hauptgebäudes abnehmen, oder planen sie gar Ausgrabungen? Es ist klar, dass die Idee der “Generalüberholung” zeitgleich mit den Plänen zur Errichtung eines Roerich-Museums in der VDNKh[4] entstanden ist. Und das Ziel ist immer noch dasselbe, nämlich die Schließung des Anwesens zu rechtfertigen, um es anschließend umwidmen. Mit anderen Worten, die “Szenaristen” des Kulturministeriums haben den kontrollierten Medien ganz klar zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit so “beschießen”, dass sie sich umgehend “beruhigt”. Die Hauptrolle bei diesem “Zaubertrick” spielte die Korrespondentin Zinaida Kurbatova, die diese Nachricht tatsächlich verbreitet hat. Mit dem Blick einer Kennerin nahm sie sich des Falles an und versicherte vor allem, dass das Denkmal kein Denkmal sei, sondern eine Skulptur [2], und so andeutet: Worüber machen Sie sich Sorgen? Eine Skulptur mehr oder eine Skulptur weniger. Die Korrespondentin hat jedoch vorsorglich übersehen, dass diese Denkmäler auf der Grundlage verschiedener Genehmigungen errichtet wurden und ihr Status vor der Amtszeit von Minister Medinskij nicht in Frage gestellt wurde, wie bereits in unserem Artikel “Braucht Russland die Roerichs?” Aber die Aussage von Mkrtychev, der immer noch Direktor einer unverständlichen Filiale des Staatlichen Museums für Orientalische Kunst ist, die sich auf dem Lopukhin-Anwesen anstelle des ICR befindet, dass er angeblich nichts über diese Abkommen weiß, erscheint der Korrespondentin viel bedeutsamer als die Dokumente selbst, deren Kopien übrigens veröffentlicht wurden[4].

Dann zitierte Zinaida Kurbatova die offizielle Position des Kulturministeriums, die von seinem Sprecher Juri Bondarenko geäußert wurde, der das gleiche beruhigende “Mantra” über die Wiederherstellung wiederholte, und fügte hinzu, dass “es nicht darum geht, sie (die Denkmäler – Anm. d. Autors) zu zerstören”[2]. Allerdings sagten weder die Korrespondentin noch der Beamte nicht, dass es möglich ist, Denkmäler auf unterschiedliche Weise zu zerstören. Manchmal geschieht dies durch eine wütende Menge, die alte Götzen vom Sockel stürzt, und alle erfahren davon. In den meisten Fällen jedoch werden Denkmäler einfach irgendwo in ein Lagerhaus oder einen Hinterhof gebracht, angeblich wegen Reparatur, Restaurierung oder plötzlich ungeeigneter Standorte. So zum Beispiel beim berühmten Denkmal für sowjetische Soldaten auf dem Tõnismägi-Platz in Tallinn, besser bekannt als der Bronzesoldat. Für die estnischen Behörden wurde das Denkmal plötzlich unangemessen und illegal, und trotz zahlreicher Proteste wurde es auf einen Gedenkfriedhof für die russische Gemeinschaft gebracht und später in “Denkmal für die Soldaten der Sowjetarmee, die Tallinn besetzten”, umbenannt [5].
Westliche Russophobiker und Nationalisten kämpften auf diese Weise gegen die Geschichte, aber wie nennt man Beamte, die versuchen, ihre eigene Kultur zu zerstören, insbesondere die Denkmäler ihrer herausragendsten Vertreter – die Roerichs – “irgendwohin weit weg” zu entfernen? Und wie wollen sie später das einzigartige Werk der Roerichs “umbenennen”? Oder werden sie versuchen, dafür zu sorgen, dass sie in Russland vergessen werden? Die Korrespondentin von TV Russia 24 dachte kaum über solche Details nach, und wenn sie es getan hätte, hätte sie versucht, sie trotzdem zu verbergen, da sie nicht dem Hauptzweck der Geschichte entspricht. Dazu kommt, dass das Internationale Roerich-Zentrum als Alleineigentümer dieser Denkmäler nicht in der Lage sein wird, sie irgendwo zu installieren, und dass sie bestenfalls in ein Lagerhaus gehen werden, wo sie auf unbestimmte Zeit unter Verschluss bleiben werden. Offensichtlich ist es das, worauf die Beamten zählen. In jedem Fall werden sie versuchen, den Eigentümer, das Roerich-Zentrum, zu verpflichten, ihre Denkmäler zu demontieren, wie es beispielsweise bei illegal gebauten Garagen oder Ställen der Fall ist. Mit anderen Worten, die Beamten wollen, dass das ICR mit eigenen Händen die letzte Stütze des nichtstaatlichen Roerich-Museum auf dem Lopukhin-Anwesen selbst beseitigt, was zynisch und unmoralisch ist. Den meisten denkenden Menschen in Russland ist jedoch längst klar, dass es für Medinskijs Mannschaft egal ist, ob Garage oder Denkmal, sie sorgen sich wirklich nicht sonderlich um das zukünftige Schicksal der Roerich-Denkmäler.

Aber es gibt noch eine weitere Schwierigkeit – in dem Denkmal für Nikolaj und Elena Roerich befindet sich in Titankapseln die Asche der Eheleute. Sie träumten davon, in ihrer Heimat ihre letzte Ruhe zu bekommen und so den Willen ihrer Eltern zu tun, übergab Svyatoslav Roerich in Erfüllung des Willens seiner Eltern einen Teil der Asche zusammen mit dem Erbe in der Überzeugung, dass ihnen nach einiger Zeit ein Denkmal errichtet werden würde. Das ICR hat diesem Willen der Roerichs entsprochen und damit den Beamten das Leben erschwert, was ihren Wunsch, das Denkmal loszuwerden, noch zynischer und hässlicher macht. Zinaida Kurbatova musste es entsprechend ihrer Aufgabe rechtfertigen, also versicherte sie den Zuschauern, dass auch mit der Asche alles in Ordnung sei, “weil sie die Särge von einem Ort zu einem anderen verlegten. Alexander Bloks Grab wurde vom Smolensker Friedhof auf die Literatenbrücken verlegt, Nikolai Gogol wurde zweimal begraben”[2]. Überhaupt, die Roerichs werden nicht die ersten und auch nicht die letzten sein, wozu die Aufregung. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Umbettungen dieser herausragenden Menschen feierlich und ehrenhaft waren. In unserem Fall haben jedoch weder die Korrespondentin noch die Beamten solche Ehrungen für Roerichs ein Wort darüber verloren. Deshalb vielen Dank der Menschenrechtsaktivistin Eva Merkacheva, die durch dieses süße Schlaflied von Zinaida Kurbatova nicht beruhigt wurde, und sie kein Vertrauen in die Versprechen der Beamten zeigte, die sie nicht nur einmal gebrochen haben [2]. Auch der bekannte Publizist Gleb Pavlovsky, der auf den Artikel in “Nowye Iswestija” reagierte, Juri Samodurow sowie viele andere Menschen, die den Beitrag der Roerichs zur Weltkultur respektieren, vertrauen dem Kulturministerium nicht.

Das nach Ansicht der Journalistin letzte tödliche Argument war, dass all jene, die sich für den Schutz der Denkmäler der Roerichs einsetzen, “Menschen mit einer fortgeschrittenen Psychose” seien [2]. Dieselbe Rolle des erfahrenen Psychiaters spielte hier bereits Tigran Mkrtychev. Aus der Sicht des normalen Mkrtychev sehen die Mitarbeiter des ICR und die sie unterstützende Öffentlichkeit tatsächlich, gelinde gesagt, seltsam aus. Er selbst, der ein unverbesserlicher Pragmatiker ist und diese Qualitäten sogar Nikolaj Roerich zuschreibt, kann nicht verstehen, wie Menschen, die nicht mit Macht ausgestattet sind, ein Architekturdenkmal aus dem XVII. bis XIX. Jahrhundert – das Herrenhaus der Lopukhins – aus den Ruinen der rasanten 90er Jahre ohne einen Pfennig staatlicher Gelder wiederherstellen und dann dort ein Museum und nicht ein Hotel oder ein Restaurant eröffnen konnten. In den Jahren ihrer Existenz verkauften sie sogar nicht ein einziges Bild der Roerichs, im Gegenteil, sie brachten sie zu Dutzenden nach Russland. Aus der Sicht des Museumsarbeiters Mkrtychev könnten nur bei Menschen mit einer fortgeschrittenen Psychose in den Museumsarchiven des ICR eine solche ideale Ordnung sein, die man selbst in den Museen großer Hauptstädte selten trifft, und nur so könnte die Besucherzahl so viel höher sein als die Indikatoren der Filiale, die er jetzt leitet.

Leider wird in unserer Welt, in der alles auf den Kopf gestellt wird, Gemeinheit und Barbarei als Norm betrachtet, Selbstlosigkeit, Ehre und Gewissen hingegen nur als schöne Archaismen. Diejenigen, die den hohen Idealen folgen, gelten für T. K. Mkrtychev und Seinesgleichen als Menschen mit einer fortgeschrittenen Psychose. Aber die Geschichte bestätigt, dass sich die Welt auf eben die Schultern dieser furchtlosen Vorkämpfer stützt. Auch Dmitrij Likhachev gehörte zu diesen Persönlichkeiten.

Ironischerweise ist die Autorin dieser Handlung, Zinaida Kurbatova, die Enkelin eines berühmten Akademikers. Wer, wenn nicht sie, sollte wissen, dass ihr Urgroßvater, so wie auch Nikolaj Roerich, sich sein ganzes Leben lang dem Schutz der Kultur verschrieben hat. Dmitrij Likhachev hatte nie Angst vor den kulturellen Initiativen der Öffentlichkeit und unterstützte sie von Herzen. Er begrüßte die Gründung der Sowjetischen Roerich-Stiftung, die später in Internationales Roerich-Zentrum umbenannt wurde, und würdigte die Arbeit dieser Organisation. Bis zu seinem Tod schrieb Dmitrij Likhachev Briefe an die Mächtigen dieser Welt zur Verteidigung ihrer gesetzlichen Rechte [6]. So wandte er sich 1993 an den russischen Präsidenten Boris Jelzin: “Ich bitte Sie, den Willen von Svyatoslav Roerich zu unterstützen, der das kreative Erbe der Familie Roerich an das Internationale Roerich-Zentrum, vertreten durch seine Vizepräsidentin Ludmilla Shaposhnikova weitergegeben hat.

Ich solidarisiere mich voll und ganz mit der grundsätzlichen Position der Roerichs zur Notwendigkeit der Entwicklung neuer sozialer Formen zu Erhalt und Nutzung des kulturellen Erbes.

Ich halte den Eingriff des Kulturministeriums oder anderer Behörden und Organisationen in die Rechte des Internationalen Roerich-Zentrums, das kulturelle, pädagogische und wissenschaftliche Arbeit leistet, die für viele Länder sehr notwendig ist, für unhaltbar.”

Ein weiterer Brief an den gleichen Adressaten wurde bereits 1997 verschickt:

“Ich schreibe Ihnen erneut mit der Bitte, das Internationale Roerich-Zentrum (eine Nichtregierungsorganisation bei den Vereinten Nationen) vor weiteren Übergriffen auf das “Lopukhin-Anwesen” (Maly Znamensky per., 3/5) zu schützen, das ihm zur langfristigen Anmietung durch Beschluss Nr. 812 vom 03.10.95 der Moskauer Regierung übergeben wurde. Darüber hinaus ist es zweckmäßig, diesen Beschluss auf Staatsebene zu bekräftigen, damit in Zukunft in den Behördenbüros verschiedener Ebenen keine Versuchung mehr besteht, ein Staatliches Nikolaj-Roerich-Museum als eine Außenstelle des Museums für Orientalische Kunst, einzurichten, indem das vom Internationalen Roerich-Zentrum geschaffene gute nichtstaatliche Nikolaj-Roerich-Museum und das Kulturzentrum zerstört werden, dessen Bildungsaktivitäten Hunderte von Kulturorganisationen in Russland und über seine Grenzen hinaus inspirierte”.

Es ist bekannt, dass das, was die Regierung Jelzins nicht wagte, von Vladimir Medinskij getan wurde, und Hunderttausende von Briefen der Öffentlichkeit an Präsident Putin sind unbeantwortet geblieben.

Entgegen der Meinung Likhachevs bewertete seine Enkelin Zinaida Kurbatova die Aktivitäten des Internationalen Roerich-Zentrums als sektiererisch und den Unterhalt des Anwesens als unbefriedigend, während im Beitrag die restaurierten Säle des nichtstaatlichen Museums und seine Ausstellung auf dem Grundstück gezeigt wurden. Jetzt ist all dies barbarisch zerstört: die hellen Tapeten wurden mattgrau gestrichen, ein Teil der Exponate sind an einem unbekannten Ort verschwunden, in den historischen Kellern herrscht wegen der abgeschalteten Gerätschaften Feuchtigkeit.

Kennt Zinaida Kurbatova die Geschichte des ICR und die Aktivitäten von Dmitrij Likhachev zu seinem Schutz, die, nach ihren eigenen Worten, das Gedenken an ihren Großvater schätzt und sogar versucht, es zu verewigen, indem sie ein nach ihm benanntes Museum schafft [7]?

Eines ist klar: Aus irgendeinem Grund wollte sie sich nicht mit der Situation rund um das ICR auseinandersetzen und warf ihren Stein auf eine Organisation, die ihr Großvater unterstützt und geschützt hatte.

Sein letzter Brief an den damaligen Kulturminister der Russischen Föderation V. Egorov zum Schutz des ICR wurde von Dmitrij Likhachev im Februar 1999, also sechs Monate vor seinem Tod, verfasst. Während des 125. Jahrestages der Geburt von Nikolaj Roerich wurde zu Ehren dieses Ereignisses das Roerich-Denkmal in Moskau eingeweiht [8]. Im Jahr 2019 wird der 145. Jahrestag des großen Sohnes Russlands gefeiert. Wird das Jubiläumsjahr durch die Zerstörung der Gedenkstätte der Roerichs und der Denkmäler anderer prominenter Mitglieder seiner Familie geprägt sein? Das hängt immer noch von allen ehrlichen Menschen ab, aber können wir Zinaida Kurbatova derzeit dazu zählen?

Wahrheitsliebe

Anmerkungen

1. Die Roerichs vor die Tür gesetzt. Das Kulturministerium beseitigt das Denkmal mit der Asche von Künstlern // New Iswestija (Website). Zugriffs: https://newizv.ru/news/politics/13-11-2018/rerihov-za-vorota-minkult-izbavlyaetsya-ot-memoriala-s-prahom-hudozhnikov

2. Das Internationale Roerich-Zentrum wartet auf ein neues Leben // Vesti.RU (Website). Zugriffs: https://www.vesti.ru/doc.html?id=3083225

3. Forderung des Staatlichen Museums für Orientalische Kunst vom 19.09.2018 Nr. 787/1-25 // Internationales Roerich-Zentrum (Website). Zugriff: http://www.icr.su/rus/protection/heritage/museum/trebovanie_gmv_787.pdf

4. Braucht Russland die Roerichs? // Internationales Roerich-Zentrum (Website). Zugriff: http://www.icr.su/rus/news/icr/detail.php?ELEMENT_ID=5975.

5. Zehn Jahre später: Tallinn gedenkt der Verlegung des Befreiungskriegers und der Pogrome // NTV (Website). Zugriff: https://www.ntv.ru/novosti/1800888/

6. Briefe von D. S. Likhachev zum Schutz des Roerich-Museums // Bewahren wir das Roerich-Museum (Website). Zugriff: https://www.save-roerich-museum.ru/people/dmitry-lihachev/

7. Enkelin für den Großvater: eine offene Geschichte von Zinaida Kurbatova über das Erbe von Dmitrij Likhachev // Sobaka (WEbsite). Zugriff: http://www.sobaka.ru/city/society/60491

8. Die Roerichs. Eröffnung einer Gedenkstätte auf dem Gelände des nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich-Museums. Ausschnitte aus Louise Telezhkos Film “An der Schwelle zur Neuen Welt” // YouTube (Website). Zugriff: https://www.youtube.com/watch?v=F_JcaU[kdMHs

The museum that Russia lost

2018-12-16 – Nicholas Roerich finished his earthly journey on December 13, 1947 in India, in the Kullu Valley. “A lot, very much is possible to tell about this present Devotee on the field of Great Culture,” Elena Ivanovna Roerich wrote about Nicholas Konstantinovich in 1949. “I can say with confidence that about no one was written so much and so perfectly during lifetime, as about our beloved and Cheerful Guide. But still, the versatility of his work and the beauty of the entire inner being remain inexhaustible.”

The rich heritage of the great Russian artist, in whose work art and science are combined in an amazing way, for the first time was presented in the exposition of the non-governmental Museum named after N.K.Roerich, created by L.V.Shaposhnikova on the initiative of the younger son of Nicholas and Helena Roerich, Svyatoslav Nikolaevich. Over the 26 years of its existence, the Museum has become a real “Roerich’s Empire”. It was a source of enlightenment for contemporaries, truthfully and fully telling about the life and activities of the great family, about the Teaching of Living Ethics – the philosophy of the Cosmic Reality, which underlies the work of all Roerichs.

The Museum’s exposition was ruthlessly destroyed in 2017. Those who were obliged to defend and support the Museum in office – the Minister of Culture Medinskij with his deputies and the leadership of the State Museum of Oriental Art – became destroyers. It was them who destroyed and devastated the “Roerich Empire”, wanting to completely remove from people’s memory the non-governmental museum created by the people.

Next year, in 2019, we will celebrate the 145th anniversary of the birth of the great artist. The International Centre of the Roerichs (ICR) is preparing to celebrate this date with the creation of the non-governmental N.K.Roerich Virtual Museum. The museum will remain faithful to the tradition of openness and accessibility: the Roerich legacy will be presented in all its richness and diversity.

Today, on Nicholas Konstantinovich’s Memorial Day, the ICR presents the first stage of the Virtual Museum to the admirers of Roerichs’ work: a virtual tour of the museum exposition, as it existed before its barbaric destruction, and a chronicle of the capture and destruction of the non-governmental Museum.

“The destruction of a Museum means the destruction of the country,” Roerich wrote these words, deeply believing in the high purpose of the museums and their leading role in the preservation and development of culture. The purpose of the virtual Museum is not only to preserve the non-governmental Museum with its beautiful exposition in memory, but also to express confidence that one day the N.K.Roerich Museum will be revived to life again to open its doors to all those who wish to join the wonderful world of the Roerichs – outstanding compatriots who worked for Russia and believed in its great future.

Virtual tour: http://roerich.museum/vtour/

THE ROERICHS’ HERITAGE IS IN DANGER!

06.12.2018 – Appeal of the International Centre of the Roerichs
to the Russian public and the international community

Russia is renowned for its great culture. The name of the great Russian artist Nicholas Roerich is as significant as the outstanding names of Pushkin, Dostoevsky, Chekhov, and Tolstoy. Roerich’s cultural heritage is the pride and glory of Russia.

In recent years the leadership of the Ministry of Culture of the Russian Federation has been trying to destroy the well-known non‑governmental organization–the International Centre of the Roerichs‑established in Moscow by Svetoslav Roerich, the younger son of Nicholas Roerich, with the objective of preservation, studying and promoting the heritage of his great father and the other members of the glorious family.

For the 25 years of its activity the International Centre of the Roerichs has become the focus in Russia for the development of society’s culture – in other words of culture which embodies the initiatives of society and is independent of the instructions and arbitrary rules of the officials from the Ministry of Culture.

Due to the support of the public, and without a penny of government funds, the International Centre of the Roerichs has managed:

– to restore from ruins the Lopoukhin Mansion – a historical monument of the XVII-XIX centuries;

– to establish in the Lopoukhin Mansion the non-governmental Museum named after Nicholas – the largest non-governmental museum in Russia, which is well known for its work in many countries of the world;

– to bring back from other countries to Roerichs’ native Russia more than 400 paintings by Nicholas Roerich and thus to create the largest collection of Roerichs’ paintings in the world;

– to launch an international movement for the protection and preservation of cultural heritage based on the peace-making ideas of the Roerich Pact;

– to initiate non-governmental projects aimed at the preservation in Russia of the cultural heritage.

The leadership of the Ministry of Culture of the Russian Federation has been systematically destroying all these achievements. The Lopoukhin Mansion was forcibly taken away from the International Centre of the Roerichs; the non-governmental Nicholas Roerich Museum was destroyed, more than 16,000 museum objects from the Roerichs’ heritage, including about 900 paintings and drawings, were seized and illegally appropriated. It is our deep concern that these cultural values might be lost, as has already happened with the collection of Nicholas Roerich’s paintings at the State Museum of Oriental Art and at the apartment of Nicholas Roerich’s eldest son in Moscow.

For several years, dozens of unscheduled inspections by various government bodies have been initiated against our non-governmental organization. In 2016, the Tax Inspectorate levied on the International Centre of the Roerichs taxes in the amount of 59 million Roubles for the use of the Roerichs paintings in our museum activity. For a non-governmental cultural organization this is an overwhelming, unbearable amount! This is truly a drastic case, for no museum or gallery has ever paid taxes for exhibiting its museum collections!

By the joint efforts of people who are not indifferent to the cause of culture, about 10 million Roubles have been collected to date. Taking into account daily charged penalty, it remains to raise further 50,000,000 (fifty million) Roubles. This amount must be paid by January 24, 2019.

The court on that day – the 24th of January, 2019 – will be sitting to initiate bankruptcy proceedings against the International Centre of the Roerichs. This could entail the sale of the Roerichs’ paintings at an auction and the liquidation of the organization founded in Russia by Nicholas Roerich’s family. The Ministry of Culture has been striving to achieve this for several years now.

Understanding, thinking and noble people over the past years have been selflessly providing the International Centre of the Roerichs with moral and material support. We can count only on the assistance of the public at large under these extremely difficult circumstances, fabricated artificially by the officials.

Therefore it now depends on how much money we shall raise all together as to whether we manage to preserve the International Centre of the Roerichs or we allow for cultural values of national and world significance to be sold off.

We are launching a heartfelt appeal to those who care about the culture of the world and of Russia, who are not indifferent to both justice and truth, to help the International Centre of the Roerichs with fund-raising.

Protecting the International Centre of the Roerichs from destruction, we do protect cultural heritage of world significance as well as of national significance for Russia. The Roerichs, who made an enormous contribution to the culture of the world and of Russia, transferred their heritage to the non-governmental organization the International Centre of the Roerichs which in compliance with the Roerichs’ design established the non-governmental Nicholas Roerich Museum and thus made this heritage accessible to the Russian people and to all the international community.

You can make a donation in any convenient way:

http://www.icr.su/rus/contacts/accounts.php

http://www.icr.su/rus/contacts/bank_details.php

We will be grateful to everyone for any help!

The Board of the International Centre of the Roerichs

 

 

An Empty Museum: Russia, Culture and Propaganda (German)

Moscow, Roerich-Museum | © ICR

Das Moskauer Roerich-Museum empfing einen wichtigen Teil des Nachlasses des russischen Malers Nikolaj Roerich, der insgesamt tausende Bilder und Schriften hinterliess. Das Museum ist nicht mehr zugänglich, die Exponate wurden beschlagnahmt. Warum? Der Vizepräsident und anderen Mitarbeiter des internationalen Kulturzentrums erzählen, wie sie diese Entwicklung erleben.

Moskau, Ende Februar, Temperatur minus 18 bis minus 23. Im dämmernden Nachmittag holt mich Alexandr Titov, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Internationalen Roerich-Zentrums, am Moskauer Flughafen Domodedovo ab. Wir verlassen langsam den vereisten Parkplatz direkt vor der neuen Passagierhalle und erreichen die breite Allee, die sich anfangs durch schneeweisse, neblige Felder und dann, nach einigen Kilometern, durch die Wohnblöcke der Moskauer Peripherie schlängelt. Die Stadt wächst uns langsam und schwarz entgegen, die Gebäude werden erst im Stadtzentrum heller und heller. Unter der künstlichen Beleuchtung enthüllen sie jeweils ihre lange, imperiale Vergangenheit oder eine jüngere, realsozialistische Entstehung, alle von zwar unterschiedlicher, aber nie bescheidener Üppigkeit von Formen und Stärke der Symbolik.

«So leben wir», sagt mir mein Begleiter, indem er den ersten Gang einlegt und zwischen hohen Schneehaufen wieder die Hauptstrasse einschlägt.

Ehe mein Fahrer mich zum Hotel im Viertel der Staatlichen Technischen Universität begleitet, biegt sein Auto rechts nach unten. Nach einigen Sekunden eines atemberaubenden Ausblicks auf die Kremltürme fährt er plötzlich irgendwo wieder rechts, in eine schmale, schneebedeckte Seitenstrasse ein, links vom berühmten Puškin-Museum. Da, wo die rutschige Gasse um 90 Grad biegt, bleibt er stehen. Er winkt dem Insassen eines an der Ecke geparkten Minibusses zu. Vom Fahrersitz her winkt jemand zurück. Eine Frau mittleren Alters kurbelt das Fenster herunter. Kurze Grusszeichen und ermutigende Worte, mehr lässt sich bei dieser Temperatur nicht machen. Fenster schnell wieder zu und weiterfahren. «Мы так живем» – «So leben wir», sagt mir mein Begleiter, indem er den ersten Gang einlegt und zwischen hohen Schneehaufen wieder die Hauptstrasse einschlägt – «So leben wir hier, Sie können selbst beurteilen», wiederholt er.

Der Minibus steht seit Monaten vor der Moskauer Lopuchin-Villa, dem Sitz des Roerich-Museums. Das Fahrzeug wurde zum Wachposten umfunktioniert. «Wir sind rund um die Uhr da, wir überwachen in Schichten. Wir wollen wissen, wer vorbeikommt, wer rein und rausgeht». In den historischen, aufwändig restaurierten Räumlichkeiten der Villa liegen nur noch Überreste von Einrichtungen und Exponaten.

 

Das Internationale Roerich-Zentrum: Verwaiste Museumssäle

Das privat getragene Internationale Roerich-Zentrum verwaltet einen wichtigen Teil der Hinterlassenschaft des russischen Malers, Denkers und Forschers Nikolaj Konstantinovič Roerich, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hauptsächlich in Indien tätig war und insgesamt mehr als 7000 Bilder und 1200 Schriften hinterliess, mit unzähligen archäologischen Fundstücken dazu, die er und seine Frau Elena während einer vierjährigen Erkundungsreise in Zentralasien sammelten. Nikolaj Roerich, der in Sankt Petersburg auch Rechtswissenschaften studiert hatte, war auch der Initiator des Roerich-Pakts, des völkerrechtlichen Vertrags von 1935 über den Schutz von künstlerischen und wissenschaftlichen Einrichtungen und geschichtlichen Denkmälern. Die Grundsätze dieses Abkommens flossen 1945 in den Gründungsvertrag der UNESCO und später in die Haager Konvention von 1954 für den Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten hinein.

Das Roerich-Museum ist nicht mehr zugänglich – eine Besichtigung wäre übrigens von wenigem Nutzen, denn die Säle liegen verwaist. Das Gebäude wird nicht nur von ehemaligen Museum-Mitarbeitern und Helfern bewacht, auch die Staatsanwaltschaft stellt eine eigene Wache. Im Streit zwischen verschiedenen Staatsorganen und dem privat unterstützten, als Nicht-Regierungsorganisation eingerichteten Internationalen Roerich-Zentrum ist Letzteres bisher die unterliegende Partei. Die juristische Terminologie ist nicht ausser Platz. Alles dreht sich nämlich um eine mittlerweile nicht mehr überschaubare Anzahl von Anschuldigungen, Beschlagnahmungen und gerichtlichen Verfahren, die gegen das Roerich-Zentrum angezettelt wurden.

 

 

 

 

 

 

 


Vice President Aleksandr Vital’evič Stecenko | © ICR

Hintergründe, Führung und Zweck dieser Prozesse lassen viele Fragen offen. Einige konnte ich dem Vizepräsidenten des Internationalen Roerich-Zentrums, Aleksandr Vital’evič Stecenko, und Pavel Michajlovič Žuravichin, dem Vorsitzenden des Wohltätigkeitsfonds Elena Roerich, in Moskau stellen.

Aleksandr Vital’evič, Sie sind der Vizepräsident des Internationalen Roerich-Zentrums, einer weltweit anerkannten kulturellen Einrichtung. Trotzdem können Sie mich heute nicht in den Räumlichkeiten des Roerich-Museums empfangen. Wie kam es dazu?
Wir verwalten den Teil des Nachlasses Nikolaj Roerichs, den sein jüngerer Sohn Svjatoslav mit notariell beglaubigter Willenserklärung dem Internationalen Roerich-Zentrum als gemeinnützige, Nicht-Regierungsorganisation überliess. Ein anderer Teil der Kunstwerke, der aus dem Erbteil des älteren Sohnes, Jurij Roerich, stammt, befindet sich im staatlichen Museum für orientalische Kunst. Wir haben das Gebäude der Lopuchin-Villa, das uns 1989 die damals sowjetische Regierung in Einvernehmen mit der Moskauer Stadtverwaltung übertrug, restauriert und zum Sitz des Roerich-Museums umgewandelt, mit grossem Aufwand und nur dank privaten Geldgebern. Wir haben verschollene Werke Roerichs wiedergefunden, andere Bilder haben wir restauriert und ausgestellt, noch weitere wurden uns von Mäzenen geschenkt. Im Museum veranstalteten wir Konzerte, Vorträge, Studentenbesuche. Es war ein wunderschönes Museum. Nun wird das Roerich-Zentrum enteignet und wir sind somit nicht mehr in der Lage, über das Gebäude und seinen Inhalt zu verfügen.

Hätten Sie sich diese Entwicklung jemals vorstellen können?
Überhaupt nicht. Im Rat der Kuratoren unseres Museums sassen zu Sowjetzeiten Michail Gorbačëv selbst, dann der damalige Aussenminister der Sowjetunion und später Ministerratspräsident Russlands Evgenij M. Primakov und andere, hochrangige Persönlichkeiten aus Kultur und Politik, darunter die Akademikerin Ljudmila V. Šapošnikova. Der bekannten Schriftstellerin und Philosophin hat 2006 Putin höchstpersönlich den Orden der Freundschaft verliehen. Dabei lobte der Präsident ausdrücklich ihren Einsatz in Verbindung mit dem Roerich-Nachlass. Wir waren eine angesehene Institution, bei den höchsten staatlichen Ämtern.

Mit welchen Fakten können Sie die spätere Entwicklung in Verbindung setzen?
Die Entstehung eines so ungünstigen Sachverhalts bleibt uns ein Rätsel und wir können soweit nur Hypothesen aufstellen. Seit dem Fall der Sowjetunion wird das Roerich-Zentrum scheinbar nicht mehr als legitimer Erbempfänger Roerichs anerkannt, als hätte der Sohn des Malers gar nichts disponiert, als gäbe es keine notarielle Urkunde, keinen Brief an den damaligen russischen Präsidenten Boris El’сin, aus dem die Verfügungen Svjatoslav Roerichs über die Werke seines Vaters noch einmal deutlich und über jeden berechtigten Zweifel hervorgehen. Es scheint, dass wir mit dem Tod von Evgenij Primakov und Ljudmila Šapošnikova, die beide 2015 starben und sehr geachtete, hochgebildete Persönlichkeiten waren, den letzten Schutzwall vor Kräften verloren haben, die im postsowjetischen Russland im Milieu der Funktionäre entstanden sind und andere Interessen an den Werken Roerichs, vielleicht auch am Gebäude selbst der Lopuchin-Villa vertreten. Es geht insgesamt um einen Wert von Milliarden von Dollar. Vergebens haben wir versucht, die Exponate zurückzuverlangen, die uns nach den schriftlichen Dispositionen Svjatoslav Roerichs zustehen. Unsere Briefe an das Kulturministerium bleiben soweit unbeantwortet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Roerich-Museum, March 2017 – OMON special forces on duty | © ICR

Was ist geschehen, in den letzten Jahren und Monaten?
Ich kann die Anschuldigungen, Prozesse und administrativen Verfahren gegen uns nicht mehr zählen. Ein Teil der Bilder Roerichs wurde im Rahmen eines Strafprozesses bezüglich einer Moskauer Bank beschlagnahmt. Der Direktor dieser Bank war zwar unser Mäzen, aber das Rechtsverhältnis zwischen dem Bankgeschäft und den Kunstwerken, die er auf privater Basis und lückenlos dokumentiert dem Museum geschenkt hat, können nicht einmal unsere Anwälte nachvollziehen. Das Ausmass der Beschlagnahmung und das Verhalten der Ordnungskräfte in den Räumlichkeiten des Museums waren unverhältnismässig. Im Frühling 2017 wurde das Museumsgebäude buchstäblich angestürmt und geplündert. Spezialkräfte, Waffen, Polizeifahrzeuge… im Zentrum von Moskau! Die Museumseinrichtungen wurden beschädigt. Einfach unvorstellbar. Selbst, wenn es zwischen den Werken Roerichs und dem Prozess gegen die Bank ein Verhältnis gäbe, wäre ein solches Vorgehen nicht begründet.

Pavel Michailovič, wie können Sie Ihrerseits diese Ereignisse einschätzen?
Was Aleksandr Vital’evič beschrieben hat, passiert heute in Russland nicht nur mit dem Internationalen Roerich-Zentrum. Mit ähnlichen Verfahren werden mittlerweile Bibliotheken, Universitäten und viele andere, freie Kulturanstalten unter Druck gesetzt. Diese Massnahmen sind durchgeplant, man sieht es. Der Staat sollte den Kulturvereinen helfen, Kultur ist die Grundlage der Zivilgesellschaft. Der Staat sollte sich nicht in die Verwaltung der Kultur einmischen. Alles, was Kultur in privater Hand ist, wird nun geschwächt; wer sich für Nicht-Regierungsorganisationen in diesem Bereich einsetzt, wird eingeschüchtert. Stellen Sie sich mal vor, irgendwo in der Welt wird eine solche Sammlung an Kunstwerken und Unikaten dem gesetzlichen Verwalter oder rechtmässigen Inhaber entzogen und einfach wegtransportiert, zerstreut. Es wäre überall ein Fall für die Strafverfolgungsbehörden, aber wir bekommen hier keinen Rechtsschutz. Das ist tragisch. Wir haben nichts gegen den Staat und gegen unser Land: Wir haben mit der Politik nichts zu tun. Wir arbeiten seit 20 Jahren dafür, dass die Werke eines der wichtigsten russischen Künstler und Intellektuellen des 20. Jahrhunderts hier in Russland gesammelt, geschützt und ausgestellt werden, wie er wollte. Wir kämpfen für sein geistiges Erbe und für seine philosophische Auffassung der Kultur als Mittel zu Frieden und Verständigung zwischen den Völkern.

Aleksandr Vital’evič, was wird jetzt passieren?
Das ist schwer vorherzusagen. Wir wurden finanziell blockiert. Unser Geld wird knapp, wir sind auf persönliche Mittel angewiesen. Ich weiss nicht, wie lange noch wir uns eine Prozessverteidigung bei den ungefähr 20 Verfahren leisten können, die gegen uns angezettelt wurden. Wir versuchen trotzdem, unsere kulturelle Tätigkeit voranzutreiben, das ist sehr wichtig. Die UNESCO kann uns nicht helfen. Die UNESCO-Leiterin war hier, sie hat uns zugehört und ihr tiefes Mitgefühl entgegengebracht, aber die UNESCO stützt sich als Regierungsorganisation auf die Aussagen der Regierungen, also auf die Erklärungen derjenigen, die im Moment unsere Gegner sind. Andere internationale Kultur- und Museumsverbände haben auf unsere Appelle bisher nur kühl reagiert. Wir hoffen, dass das grausame Schicksal unseres Museums Aufsehen ausserhalb Russlands erregt. Das ist der einzige Weg, der uns offen bleibt, um unser Museum vor dem Ruin zu retten.

Tagungen, Pressekonferenzen und Öffentlichkeitsarbeit

Viele Kulturvereine in der ganzen Welt pflegen und verbreiten das geistige Erbe Nikolaj Roerichs. Die herrschende Desinformation und die aktuellen politischen Entwicklungen in Russland erschweren eine sachgerechte Einschätzung der Ereignisse um das Roerich-Museum in Moskau. Manche Organisationen sind über den Sachverhalt und die konkreten Verhältnisse in Russland kaum oder schlecht informiert. Andere halten sich, angesichts des sich zuspitzenden Konflikts mit dem russischen Staat, auf Abstand. Eine internationale Tagung über die Lage des Moskauer Roerich-Zentrums fand erstmals 2017 in Wien statt. Mittlerweile konnte das Internationale Roerich-Zentrum selbst, trotz erheblicher organisatorischer Schwierigkeiten, in Moskau eine Pressekonferenz und ein Treffen mit zahlreichen anderen russischen Kulturveranstaltern einberufen, die in ähnlichen Situationen stecken, um gemeinsame Aktionen zu koordinieren. Im oberitalienischen Turin findet am 13. April eine Tagung und eine Ausstellung zum Werk Nikolaj Roerichs statt. An der Veranstaltung nehmen auch Vertreter des Roerich-Zentrums von Moskau teil.
(Author und copyright owner: Luca Lovisolo / www.ostundwest.ch)

 

Opening of the Exhibition “Roerich Pact. History and Modernity (german)

Am 19. April 2018 wurde in der Universitätsbibliothek der Ruhr-Universität Bochum (RUB), einer der größten Bildungseinrichtungen weltweit, eine weitere Ausstellung des Ausstellungsprojektes “Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart”, feierlich eröffnet. Vorbereitet wurde sie traditionell vom Internationalen Roerich Zentrum (ICR) und seinem nichtstaatlichen Nikolaj-Roerich Museum. Die gemeinsame Organisation übernahmen die Bibliothek der RUB, die Deutsche Roerich-Gesellschaft und das ICR.
Das wesentliche Ziel der Bochumer Ausstellung ist, der deutschen Öffentlichkeit die herausragende internationale Friedensinitiative eines großen russischen Künstlers, Gelehrten und öffentliche Persönlichkeit, Nikolaj Roerich (1874-1947), näher zu bringen. Seine Initiative ist eng verknüpft mit der Unterzeichnung des nach ihm benannten Roerich-Paktes als erstem internationalem Abkommen zum Schutz des Weltkulturerbes in Kriegs- und Friedenszeiten. Hiermit legte er den Grundstein zu einem weltweiten Rechtssystem zur Bewahrung des Kulturerbes der Menschheit.
Das internationale Ausstellungsprojekt, ins Leben gerufen und organisiert durch das Internationale Roerich-Zentrum in Moskau, begann im Jahr 2012 mit der Ausstellung im UNESCO-Hauptquartier in Paris unter der Schirmherrschaft der UNESCO und unterstützt vom Außenministerium der Russischen Föderation. In den vergangenen Jahren waren Ausstellungen in 17 Ländern der Erde zu Gast, auch in Deutschland. Die soeben in der Ruhr-Universität eröffnete Ausstellung ist bereits die vierte umfangreiche Exposition in Deutschland zu Fragen des Kulturgüterschutzes, der Entstehungsgeschichte und Aktualität des ersten internationalen “Abkommens über den Schutz künstlerischer und wissenschaftlicher Einrichtungen und historischen Denkmäler”, dem Roerich-Pakt.
Die Ausstellung “Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart” erstreckt sich über 4 Etagen des Bibliotheksgebäudes. Sie zeigt die Geschichte und Etappen der Entstehung des Roerich-Paktes und die Aktualität seiner Ideen in der modernen Welt anhand von Archivdokumenten und Fotografien des Internationalen Roerich-Zentrums, des Russischen Staatsarchivs für Fotodokumente und internationaler Presseagenturen.
Die feierliche Eröffnung erfolgte im Beisein von Wissenschaftlern, Dozenten, Studenten und Besuchern der Universität.
Frau Dr. Lapp, Direktorin der Universitätsbibliothek richtete ein Grußwort an die Gäste. In ihren Ausführungen dankte sie den Organisatoren der Ausstellung und führte historische Momente im Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Roerich-Paktes am 15. April 1935 in Washington aus. Sie äußerte ihre Überzeugung über die Wichtigkeit der Durchführung von Maßnahmen, die dazu dienen, sich aktiv der Fragen zum Schutz der gesamten kulturellen Errungenschaften der Menschheit anzunehmen. Bedauerlicherweise würden aber der Roerich-Pakt und auch die Haager Konvention von 1954 häufig missachtet, auch in Europa. Auf jeden Fall müssen die Kulturgüter auch in Friedenszeiten geschützt und geschätzt werden. Und mit dieser Ausstellung würden das ICR und die Deutsche Roerich-Gesellschaft aktiv die uns alle angehenden Aufgaben verdeutlichen. Frau Dr. Lapp äußerte ihre Freude darüber, dass die Ausstellung in den lebendigen Räumen einer Bibliothek durchgeführt wird, denn hier verbrächten die Studenten einen nicht geringen Teil ihres Hochschullebens.
Seitens des Internationalen Roerich-Zentrums richtete Eduard Tomsha, Vorstandsmitglied des ICR und Vorsitzender der Sankt Petersburger Zweigniederlassung des ICR, sein Grußwort an die Gäste. In seiner Ansprache wies Eduard Tomsha darauf hin, dass eine solche Ausstellung dazu geeignet ist, die Kräfte der internationalen Öffentlichkeit bei der Wahrung von Kultur und Frieden auf der Grundlage der wichtigsten Antikriegsidee Nikolaj Roerichs – “Frieden durch Kultur” – zu konsolidieren.
Die friedensstiftenden und humanistischen Ideen Nikolaj Roerichs werden bereits seit 26 Jahren vom Internationalen Roerich-Zentrum auf nichtstaatlicher Basis weltweit in der kulturellen und wissenschaftlichen Gesellschaft gefestigt. Die Prinzipien und Normen des Roerich-Paktes fanden Eingang in Konventionen und Protokollen über den Schutz des kulturellen Erbes. Die Aktualität der Ideen des Roerich-Paktes und des Friedensbanners sind heute, aufgrund der angespannten Anforderungen der modernen Welt, so notwendig wie nie zuvor. Am Ende seiner Ausführungen dankte Herr Tomsha Frau Dr. Lapp und ihren Mitarbeiter/innen sowie der Deutschen Roerich-Gesellschaft für die Organisation der Ausstellung “Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart.”
Halina Schneider, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Roerich-Gesellschaft, gab während ihres Grußwortes eine kurze Einführung in die aktuelle Ausstellung und ihre Themen. Hervorzuheben ist das für diese Ausstellung erstmalige Konzept einer separaten Website (www.roerichpakt.com) mit einer “virtuellen Führung durch die Ausstellung”, bei der mit Hilfe von QR-Codes dem Besucher nähere Informationen und Hintergründe zu den einzelnen Themenbereichen und Bildern Nikolaj Roerichs gegeben werden.

Zum Abschluss der Eröffnung des Ausstellungsprojektes wurde traditionell das Friedensbanner an die Hausherrin übergeben. Abgerundet wurde die Eröffnung mit einem geführten Rundgang durch die Ausstellung.
Die Ausstellung ist bis zum 24. Mai 2018 zu Gast in der Universitätsbibliothek. Das kulturelle Begleitprogramm mit Film- und Vortragsreihen sowie einem Gitarrenkonzert von und mit Andreas Vitt, ergänzen diese einzigartige und in diesem Jahr einmalige Ausstellung in Deutschland.

Impressionen von der Ausstellung gibt es hier.

Exhibition Project hosted in Bochum (German language)

2018 ist das Europäische Kulturjahr. Und auch in diesem Jahr findet das Internationale Ausstellungsprojekt “Der Roerich-Pakt. Geschichte und Gegenwart” in Deutschland seine Fortsetzung.

Das Ausstellungsprojekt wurde von der nichtstaatlichen Organisation “International Centre of the Roerichs (ICR)” in Moskau initiiert und dokumentiert mit großformatigen Fotografien den Weg von der Entstehung der Idee zum Kulturschutz bis zu den traurigen Ergebnissen wegen der Missachtung des Kulturerbes aller Völker dieser Welt. Umrahmt wird die Dokumentation von mehr als 30 großformatigen Reproduktionen des russischen Malers und Wissenschaftlers Nikolaj Roerich (1874-1947), dem Grundsteinleger und Namensgeber dieses ersten internationalen Kulturschutzabkommens.

Seit seinem Start im Jahre 2012 wurden Ausstellungen des Projektes bereits in mehr als 150 Städten der Welt durchgeführt, so auch im UNO-Hauptquartier in New York, im Friedenspalast von Den Haag, dem UNO-Stabsquartier in Genf. Seine Premiere im deutschsprachigen Raum hatte die Ausstellung im Jahr 2013 in Berlin, anschließend folgten Bonn (2015) und Essen (2016).

In diesem Jahr ist die Universitätsbibliothek zu Bochum Gastgeber dieser Kulturveranstaltung. Besucher haben im Zeitraum vom 19. April bis 24. Mai 2018 Gelegenheit, eine Expedition durch den Kulturgüterschutz unternehmen. Die Eröffnung findet am 19. April um 18 Uhr auf der Etage 1 der Universitätsbibliothek statt. Begleitet wird die Ausstellung von einem Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmabenden und einem Gitarrenkonzert. Das Programm und weitere Informationen zu diesem Kulturereignis lassen sich auf der Website zur Ausstellung www.roerichpakt.com nachlesen.

“The first impression with what I saw is the resemblance to the destruction of the Yasnaya Polyana by German Nazis.” What happened to the Center of the Roerichs // “Sobesednik”

The Center of the Roerichs claims about the real rout that was caused in the museum after it passed under the control of the state.

On April 28, 2017, the International Center of the Roerichs (the ICR) was seized, sealed, security was lined up near the Lopoukhins’ estate, where the ICR was located. All the workers of the center were evicted. The premises, the art collection, the Roerichs’ archive, the equipment and even the  personal belongings of the staff of the ICR, which has the status of a non-governmental organization, were transferred to the State Museum of Oriental Art for “responsible custody”.
Nine months later, in January 2018, the ICR workers were admitted to the center for the first time. What they saw  shook them up pretty bad.

    Showcases without glass,with torn alarm

“We saw a barbarous picture,” Pavel Zhuravikhin, Deputy Director of the ICR, told “Sobesednik.” “The first impression was the resemblance to the destruction of the Yasnaya Polyana by German Nazis during the WW II.  It is all the more actual, since Roerich and Tolstoy are comparable figures for the national culture. Everywhere we saw broken showcases, the hinges were cut off autogenously. The unique handmade friezes, those of decorative details of the internal system design, were smashed to pieces. The sketches of the temple fresco by Nicholas Roerich, destroyed by the German Nazis during the war, were also disfigured. The State Museum of Oriental Art refused to sign the inventory of the things and the act of transfer. “This is the fear of responsibility. We have fixed in the act what was broken, torn, what is available, and what is not,” the lawyer Dmitry Kravchenko said.

According to Pavel Zhuravikhin, each showcase was made in Europe under a unique project specifically for the Center of the Roerichs and was worth one million rubles. The exhibits of the XVII-XVIII centuries, locating in these windows, are, of course, incomparably more expensive.

“Of course, if we were allowed inside, we would open these windows in order to prevent the exhibits from damage, but they in the State Museum of Oriental Art said they would manage without us,” Pavel Zhuravikhin said. “But it’s impossible to open these anti-vandal and shockproof windows without keys. Then they decided to cut the hinges, but there is a double protection system: if one cuts the outer hinges, then the inner ones still do not allow opening. Then they just broke these showcases to pieces!”

No less sad situation, according to Pavel Zhuravikhin, was with the personal property of the workers: computers, for example, were found piled up on the floor in a men’s toilet. Safes were rifled; documents, money and personal values ​​of some employees were gone.

“I was not to sign anything,” the Deputy Director of the State Museum of Oriental Art Tigran Mkrtychev said to “Sobesednik.” “There is nothing in the law about making an inventory and the necessity to sign it for me.”  “If we talk about showcases  they are in good condition, already packed and ready for export. The showcases are intact.”

 “Were the safes really rifled? Anything missing?”

“I did not accept anything under the inventory, I did not see any closed or open safes. When all this was transferred to us for safe custody, there was no detail drawing and inventory. It could be anything there. I have no idea if the safes were cracked and in what form they are now, I have so much to do, you can not even imagine. We did not break or spoil anything, at least I do not know about it.”

The ICR workers are going to file suits in court.

“I do not know how they will explain the actual intentional damage to property,” Pavel Zhuravikhin concluded a talk with “Sobesednik”.

A COMMENT

Ilya Shablinsky, a member of the Council for the Development of Civil Society and Human Rights under the President of the Russian Federation:

“We have a cult of force. If a man of influence likes your property, then it is not a problem for him to take it away from you. Courts simply process decisions of the executive. But we have never had such a thing when a social organization was deprived of its the property in such a form. When we wrote a letter to Kirienko, we thought that he would call Medinsky and say: “Well, what are you doing? People go to this museum, why are you taking it away and giving it to State Museum of Oriental Art?” But, apparently, Medinsky is more influential than one might think.

*   *   *

The article was published in “Sobesednik” edition  No. 05-2018 under the heading  “A Barbaric Picture in the Roerichs’ Museum”.

Source: Anna Baluyeva. “Sobesednik” 06.02. 2018

Press conference of the International Centre of the Roerichs “Deliberate Destruction of the Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich. Results and Consequences”

On  January 30, 2018, the press conference of the International Centre of the Roerichs took place at the press-center of Rosbalt Information Agency for Russian and foreign journalists. It was timed to the 25th anniversary of the death of Svetoslav Roerich (1904-1993), the younger son of a great Russian painter Nicholas Roerich, the founder of the Non-Governmental Museum named after Nicholas Roerich in Moscow. The press conference was also held to mark 9 months since the illegal seizure of the Museum by the Ministry of Culture of the Russian Federation and the State Museum of Oriental Art subordinated to the Ministry.

The Vice-President of the International Center of the Roerichs Alexander Stetsenko told that Svetoslav Roerich donated the heritage of his family to Russia for the creation of a non-governmental museum in the 90-es of the XX century. At that, Svetoslav Roerich set two mandatory conditions. First, the museum must be of a non-governmental format. Secondly, it was to be  located in the Moscow Lopoukhins’ Estate.

The International Center of the Roerichs founded by Svetoslav Roerich received a dilapidated building of the ancient Lopoukhins’ Estate. The estate was restored thanks to patrons and the public without a single penny of government funds. The ICR was awarded a national award in the field of restoration and a prize of the European Union for the preservation of the cultural heritage of Europe. The ICR with the help of patrons returned more than 400 paintings and drawings of Roerich to Russia, held over 600 exhibitions, published 250 books from the Roerichs’ heritage and about the Roerichs. The Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich of the ICR became the largest non-governmental museum in Russia with the world’s largest art collection and archives of the Roerich family.

The President of the Russian Federation twice awarded the Director-General of the Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich Lyudmila Shaposhnikova Russian orders. Moreover, both times the Ministers of Culture presented the awards personally.

The situation changed radically when a new Minister of Culture Vladimir Medinsky took office. He took a course to destroy the non-governmental museum. In 2015, the Ministry of Culture demanded the prosecutor’s office to remove the heritage belonging to the ICR. The prosecutor’s office conducted 5 inspections, but could not make a decision on the illegality of the heritage possession. Not having a single document on the Roerichs’ heritage, the Ministry of Culture did not appeal to the court. An entirely different path was chosen to end in the most real hostile takeover.

The Ministry of Culture has developed a whole scheme to assign the estate and the property of the ICR. The developing story was told by Alexander Stetsenko, “In February 2016, the Ministry of Culture called a meeting of the board at which it was decided to create a State Roerich Museum as a branch of the State Museum of Oriental Art on the basis of funds and premises of the Non-Governmental Museum Named after Nicholas  Roerich. At that time Moscow authorities transferred the estate to federal property.  The Federal Agency for State Property Management immediately formalized it for operational management of the State Museum of Oriental Art.  The State Museum of Oriental Art immediately began the procedure of free use agreements termination and eviction of the ICR from the Lopoukhins’ estate.”

The Arbitration Court was sued for eviction, but the claim was not supported by any evidence of the ICR’s violations of its obligations to the government to maintain the estate. Therefore, further unplanned inspections started, in the course of which, it was found out to a great surprise of the ICR’s workers, that “the maintenance of the estate appeared to be unsatisfactory”, and that “about 17 commercial organizations were registered on its territory”. It is noteworthy that just a few months before, the Moscow City Department of Cultural Heritage was conducting a routine check of the estate and found no violations. Nevertheless, in March 2017, the court decided to terminate free use agreements and evict the ICR from the Lopoukhins’ estate.

On the night of 28 – 29 April 2017, the State Museum of Oriental Art carried out a power takeover of the territory and buildings of the Lopoukhins’ estate. The Ministry of Culture illegally seized all the funds of the Non-Governmental Museum belonging to the ICR under the cover of the investigative actions conducted by the Main Investigation Department of the Ministry of Internal Affairs of the Russian Federation  in the case concerning the Master Bank. Also, the seizure of the property of the organization and its workers took place, which resulted in numerous thefts.

“On April 29, 2017, the Main Investigation Department of the Ministry of Internal Affairs of the Russian Federation, under the pretext of investigative actions against the head of the Master Bank, transferred the buildings to the Museum of Oriental Art for operational management, and the property located in it for safe custody,” Alexander Stetsenko stressed. Thus, the reason for the eviction of the ICR from the building was that of the criminal case against the head of the Master Bank, who 20 years before helped to restore the estate.

At the same time, the court’s decision did not come into force, because the ICR immediately appealed against it. “The decision came into force only in August 2017, when the appellate instance passed an appropriate decision. Prior to this there was no legal decision”, there explained the attorney of the International Center of the Roerichs Dmitry Kravchenko.

The ICR’s workers were able to enter the territory of the estate only on January 15, 2018. It was the day when the enforcement proceedings concerning the court’s decision began to release the ICR’s property and remove it from the Lopoukhins’ estate. “In our absence, the doors were forced open, the boxes were ransacked. The property was just piled up in several rooms. The furniture were disassembled. Moreover, all these 9 months the workers could not take away their personal property. It was possible to return the property  only after applying to the courts. But many things turned out to be simply gone, those of valuable icons in a silver setting, expensive gift books, sculptural compositions. The workers cannot return their passports, certificates of marriage and birth so far. I received my passport only after I sued the court in January 2018. When I went into my office, the box was ransacked. On what grounds?”, Alexander Stetsenko told.

These facts were confirmed by the ICR’s attorney Dmitry Kravchenko. “The expensive museum property, those of showcases, design elements, exhibits have been destroyed or broken. It becomes obvious that the property of the ICR has suffered damage. The workers of the ICR were offered compensation, that is, the State Museum of Oriental Art has recognized the loss of property”, the lawyer said.

Recently, the Ministry of Culture represented by the First Deputy Minister V. Aristarkhov has been taking all possible measures to eliminate the ICR on the flimsiest of pretexts, up to accusations of extremism and claims to the organization’s charter.

“When we saw that part of the property was actually destroyed, we insisted on all the property transferring only by acts signed by the two sides. The State Museum of Oriental Art has refused to sign the acts”, Dmitry Kravchenko said. The ICR continues to appeal against the decision of eviction  from the buildings of the Lopoukhins’ estate. Also now, the ICR is trying to find out where its property has gone, and what its legal status has been.

In conclusion of his speech, Alexander Stetsenko, assessing the events around the ICR, recalled the prophetic phrase of Nicholas Roerich, “The destruction of a museum is the destruction of a country”.

Ilya Shablinsky, a member of the Council for the Development of Civil Society and Human Rights under the President of the Russian Federation, Doctor of Law, Professor, stressed that there has been no legal basis for such actions by the Ministry of Culture and other structures in relation to the ICR and its Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich. The Council for the Development of Civil Society and Human Rights under the President of the Russian Federation has never faced such situations when governmental structures deprived the property of a non-governmental organization. The Council has appealed in this regard to the first deputy head of the Presidential Administration of the Russian Federation S. Kiriyenko  but received no response. Ilya Shablinsky called for a legal and historical assessment of what is happening.

Natalia Cherkashina, Acting Director General of the Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich, emphasized that the Museum Named after Nicholas Roerich was the largest non-governmental museum in Russia and one of the largest in Europe. She noted that its Director General Lyudmila Shaposhnikova created a composition that combined science, beauty and spirituality. For the first time the whole Roerich family was represented in the museum. Natalia Cherkashina submitted the photos with beautiful views of the Non-Governmental Museum halls. Nothing has remained of these now. The gray paint, in which the present museum was painted, has been the final touch of the triumphant vandalism. The worst thing is that all this happens in an atmosphere of silence of the public and museum workers. Natalia Cherkashina noted that the 25th anniversary of the Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich, which was planned to be celebrated on February 12, 2018, will be marked by the opening of a virtual museum. Minister Medinsky will not be able to erase the Roerichs from the memory of people.

The First Deputy Director General of the Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich Pavel Zhuravikhin, accompanying his speech with photographs, described how the staff of the State Museum of Oriental Art destroyed unique exhibits that were presented in the halls of the Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich. It seems that all this was done deliberately, so that there was no way to restore these exhibits. When the workers of the ICR were able to get into the main building of the Lopoukhins’ estate, they saw broken show-windows, broken parts of friezes, a pile of wood remained of the unique wooden carving. In fact, many years of public work has been cynically destroyed by those who call themselves cultural figures. Pavel Zhuravikhin stressed, “These crimes are committed against the Museum of outstanding figures of world and national culture, those of the Roerichs, and their heritage. We will not remain silent, since impunity is the bedrock of the corruption of both society and our State and its people.”

The situation of total lawlessness around the International Center of the Roerichs, has already gone well beyond Russia and caused serious concern of the world community. The press conference received letters of support from Austria, Bulgaria, Latvia, the Republic of Belarus, as well as from the European Association of Support to the ICR and its Non-Governmental Museum Named after Nicholas Roerich.

Press Service of the International Center of the Roerichs

Photos

Press conference of the International Centre of the Roerichs

26.01.2018 

Intentional destruction of the non-governmental Museum named after Nicholas Roerich.
Results and consequences

On 30th January at 11:30 the press-conference of the International Centre of the Roerichs will take place at the press-center of the Information Agency Rosbalt (building 1, 4/2 Skatertniy per., Moscow). It is dedicated to the 25th anniversary of the demise on January 30th, 1993 of Svetoslav Roerich (1904–1993), the younger son of the great Russian painter Nicholas Roerich and the founder of the non-governmental Museum named after Nicholas Roerich in Moscow. The press-conference is also to mark 9 months since the illegal seizure of the non-governmental Museum by the Ministry of Culture of the Russian Federation and by the subordinated to the Ministry State Museum of Oriental Art. The conference is open for Russian and foreign journalists.

On the night of 28–29 April 2017 the State Museum of Oriental Art carried out a forcible seizure of the territory and the buildings of the Lopoukhin Mansion, wherein the non-governmental Museum named after Nicholas Roerich of the International Centre of the Roerichs had been housed since the beginning of the 1990s. The non-governmental Museum was established on the initiative of Svetoslav Roerich, the last representative of the family of cultural luminaries, who contributed immensely to the world and Russian culture.

Under the pretext of the investigation of the Master-Bank case carried out by the Moscow Central Investigation Department of the Ministry of Internal Affairs, the Ministry of Culture illegally seized all the collections of the non-governmental Museum which are the property the International Centre of the Roerichs (ICR). Furthermore, all the other property of the ICR and the personal belongings of its staff were also seized, and this resulted in numerous thefts.

The participants of the press-conference will have an opportunity to familiarize with the facts, which attest to the true reasons for the seizure of the buildings and the territory of the Mansion, the seizure of the property of the non-governmental organization, as well as for the destruction of the non-governmental Museum and the misappropriation of the Roerichs’ heritage which is of immense value.

Nicholas Roerich is an outstanding Russian painter and the initiator of the Roerich Pact, the treaty on protection of cultural property, signed by 21 States on 15 April 1935. This treaty laid the basis for the contemporary international legal system for the protection of cultural heritage in the world.

Svetoslav Roerich is the younger son of Nicholas Roerich, an outstanding artist, a public figure, an Indian citizen.

The non-governmental Museum named after Nicholas Roerich was the largest non-governmental Museum in Russia, with the world biggest collection of Roerichs’ works of art as well as of Roerichs’ family archive.

There will take part in the press-conference:

– Mr. Ilya Shablinsky – member of the Council under the President of the Russian Federation for the Development of Civil Society and Human Rights, Doctor of Law, Professor;

– Mr. Yuri Samodurov – publicist, human rights defender, former director of the A.D. Sakharov Museum and Public Center;

– Mr. Alexander Stetsenko – Vice-President of the International Centre of the Roerichs;

– Ms. Natalia Cherkashina – Acting Director General of the Non-Governmental Museum named after Nicholas Roerich;

– Mr. Pavel Jouravikhin – First Deputy Director General of the Non-Governmental Museum named after Nicholas Roerich;

– the attorneys of the International Centre of the Roerichs;

– The employees of the International Centre of the Roerichs, who witnessed numerous thefts of the property;

Invited to the Press-Conference are: the State Prosecutor of the city of Moscow, the Minister of Culture of the Russian Federation Vladimir Medinsky and his Deputy Vladimir Aristarkhov; Representatives of the Civic Chamber of the Russian Federation as well as of the State Duma of the Russian Federation.

Accreditation of journalists: ph./fax +7 (495) 690-16-38, +7 (926) 244-63-95,
E-mail: es@msk.rosbalt.ru

Press-service of the International Center of the Roerichs